 | Autismus-Therapiezentrum |
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 | 1. Klassifikation und Abgrenzung Der Frühkindliche Autismus (Autistische Störung) gehört zusammen mit dem Atypischen Autismus, dem Asperger-Syndrom, dem Rett-Syndrom und der Desintegrativen Störung des Kindesalters zur Gruppe der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Nach den international anerkannten Klassifikationsschemata, dem DSM IV (Hrsg.: Amerikanische Gesellschaft der Psychiater) und dem ICD 10 (Hrsg.: Weltgesundheitsorganisation - WHO), werden diese Entwicklungsstörungen folgendermaßen beschrieben: Eine Gruppe von Störungen, die durch quantitative Beeinträchtigungen in gegenseitigen sozialen Interaktionen und Kommunikationsmustern sowie durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten charakterisiert sind. Diese quantitativen Abweichungen sind in allen Situationen ein grundlegendes Funktionsmerkmal der betroffenen Person, variieren jedoch im Ausprägungsgrad. In den meisten Fällen besteht von frühester Kindheit an eine auffällige Entwicklung. Mit nur wenigen Ausnahmen sind die Störungen seit den ersten 5 Lebensjahren manifest. Meist besteht eine gewisse allgemeine kognitive Beeinträchtigung, die Störungen sind jedoch durch das Verhalten definiert. (ICD 10) Es sind also eine Reihe ähnlicher Verhaltensauffälligkeiten, die bei allen tiefgreifenden Entwicklungsstörungen vorkommen und die als autistisches Verhalten bezeichnet werden. Ob ein Mensch mit solchen autistischen Verhaltensweisen tatsächlich zu dieser Gruppe gehört und welche Störung speziell vorliegt, kann anhand der Kriterien, die im DSM IV bzw. ICD 10 aufgestellt wurden, festgestellt werden. Dazu ist eine genaue Beobachtung des autistischen Kindes und eine intensive Analyse seiner bisherigen Entwicklung notwendig. Mit medizinischen Verfahren (z.B. EEG; CT) ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung nicht zu diagnostizieren. Die Störung wird vielmehr über das Verhalten definiert: Wenn also eine bestimmte Anzahl und eine spezifische Kombination von Verhaltensauffälligkeiten vorliegt, kann eine Summationsdiagnose gestellt werden.
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 Einige Verhaltensweisen, die auf eine Autistische Störung hinweisen:
- Mangelnder Blickkontakt kein Verständnis für Gestik oder Mimik
- Probleme, zu Gleichaltrigen soziale Beziehungen zu entwickeln oder mit anderen Kindern zu spielen; Distanzlosigkeit gegenüber Fremden; das Kind ist am liebsten für sich alleine; abwesend, versunken; Unfähigkeit mit anderen Freude oder Trauer zu teilen.
- Unzureichende Sprachentwicklung, keine Spontansprache, echoartiges Wiederholen von Worten oder Sätzen; gestörte zwischenmenschliche Kommunikation; Gespräche ausschließlich über eng umgrenzte eigene Themen; Wiederholung immer gleicher Fragen; kein Verständnis für Ironie oder Scherze.
- Keine altersgemäßen Interessen und Neigungen, stattdessen stereotype und ausdauernde Beschäftigung mit einzelnen kleinen Gegenständen oder Teilen von Spielzeugen; stereotype Bewegungen mit Händen oder Fingern; zwanghaftes Bestehen auf zeitlichen und räumlichen Strukturen; starke Ängste vor Veränderungen.
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 2. Diagnostisches Vorgehen Für den Großraum Bremen/Niedersachsen wird Früherkennung und Diagnostik des Autismus und verwandter Störungsbilder im Autismus-Therapiezentrum des Bremer Projekts durchgeführt. Auf die Diagnose haben sich ein Diplompsychologe und eine Diplomsozialpädagogin spezialisiert, die über langjährige Erfahrungen in der Diagnostik autistischer Menschen verfügen. Nach telefonischer oder schriftlicher Anfrage erhalten die Eltern zunächst einen Fragebogen zum Autismus zugesandt, in dem sie nach ihren Beobachtungen aus der frühesten Kindheit bis zum Alter der Diagnose befragt werden. Zur diagnostischen Abklärung des Autismus sind besonders Beobachtungen aus der frühen Entwicklungsperiode des Kindes von großer Bedeutung. Nach der Auswertung und Analyse der Fragebogen-Daten wird ein Diagnosetermin vereinbart, an dem die Eltern und ihr Kind und gegebenenfalls MitarbeiterInnen anderer Einrichtungen teilnehmen. Hier wird die Anamnese erhoben und das autistische Kind in freier und strukturierter Situation beobachtet. Diese Beobachtung, der Fragebogen und Berichte von anderen Fachleuten bilden zusammen mit den Informationen der Eltern die Grundlage für die Diagnose.
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