Früherkennung autistischer Kinder Die Autistische Störung tritt in den meisten Fällen von Geburt an oder im ersten Lebensjahr auf. In einigen wenigen Fällen zeigt sie sich erst nach einer scheinbar normalen Entwicklung in den ersten zwei Jahren. Wissenschaftliche Studien ergaben, dass die Eltern schon in den ersten 24 Lebensmonaten Auffälligkeiten bei ihrem Kind feststellen, dass die Diagnose in Deutschland aber erst etwa Mitte des fünften Lebensjahres, also drei Jahre später gestellt wird! Viele werden sogar erst als Jugendliche oder Erwachsene vorgestellt oder werden gar nicht entdeckt (Dunkelziffer: etwa 80%!). Bis sie die richtige Diagnose für ihr Kind erhalten, haben die Eltern in der Regel mehrfach verschiedene Fachleute (Ärzte, Kinder- und Jugendpsychiater, Psychologen) konsultiert. Nur selten wird die Diagnose durch den Haus- oder Kinderarzt gestellt, der das Kind kennt und die Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt hat. Ihre ersten Informationen über das Krankheitsbild erhalten die meisten Eltern über die Medien (Zeitschriften, Bücher, Fernsehen, Rundfunk, Internet) - nicht von einem Fachmann. Obwohl die Autistische Störung in den meisten Fällen von Geburt an zu einer veränderten Entwicklung führt und von den Eltern früh bemerkt wird, erfolgt die Erkennung zu spät. Eltern nehmen als erstes die Verzögerungen in der Sprachentwicklung oder Sprachauffälligkeiten wahr (50%). 20% machen sich als erstes über Auffälligkeiten im Sozialverhalten, 12% über allgemeine Verhaltensprobleme Sorgen. Nur ein verschwindend geringer Anteil der Eltern (3%) bemerken bei ihrem Kind keine Auffälligkeiten und müssen erst von Experten darauf aufmerksam gemacht werden. Eltern merken häufig als erste, dass mit ihrem Kind etwas "nicht stimmt". Ihre Beobachtungen sollten ernst genommen werden!
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