| Autismus-Therapiezentren |
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 | Autismus-Therapie Kindspezifische Therapie Aufgrund der Schwere ihrer Behinderung benötigen autistische Kinder, Jugendliche und Erwachsene spezifische therapeutische Hilfen. Je früher diese beginnen, desto mehr Chancen haben die autistischen Menschen, altersgemäß zu lernen, sich in ihrer Umwelt zu orientieren, am alltäglichen Geschehen teilzunehmen und Freude am Leben zu entwickeln. Da sich die autistische Störung bei jedem autistischen Menschen ganz unterschiedlich äußert, sind langjährige Erfahrungen nötig, um Therapiemaßnahmen speziell auf jedes Kind abzustimmen.
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 Einzeltherapeutische Förderung Im Bremer Autismus-Therapiezentrum werden durchschnittlich einmal wöchentlich zwei Therapiestunden angeboten. Besonders zu Beginn der Therapie, bei sehr jungen oder sehr schwierigen autistischen Kindern, können aber auch drei bis vier Stunden nötig sein. In der Regel sind zwei TherapeutInnen für jeden einzelnen autistischen Menschen verantwortlich. Nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung und des Kennenlernens versuchen die TherapeutInnen, den augenblicklichen Entwicklungsstand, die Fähigkeiten, die Störungen des autistischen Menschen durch Befragung der Eltern, Beobachtungen und spezielle Testverfahren zu ermitteln. Diese Beobachtungsphase bildet eine wichtige Grundlage für die Therapie und dauert etwa zwei Monate. Anschließend besprechen die TherapeutInnen mit den Eltern, wie ihr Kind gefördert werden soll. Für jedes Kind wird ein individueller, auf seine Fähigkeiten und Möglichkeiten abgestimmter, Therapieplan entwickelt. Damit die Therapieziele verwirklicht werden können, ist die Unterstützung der Eltern und anderer Einrichtungen (Frühförderstellen, Kindergärten, Tagesstätten, Schulen, Werkstätten und Wohnheime) sehr wichtig. Die Eltern erarbeiten deshalb in Elternseminaren, in welcher Weise ihre Kinder sensorische Reize verarbeiten, wie es zu den typischen Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder kommt und welche Konsequenzen für den Umgang mit ihrem autistischen Kind im Alltag daraus abzuleiten sind. Auch die PädagogInnen der Einrichtungen werden entsprechend eingeführt und angeleitet. Für autistische Kinder ist es nämlich besonders wichtig, alle Fördermaßnahmen in ein Gesamtkonzept zu integrieren. Damit die Eltern zu Hause weiter nach dem Therapieplan arbeiten können, ist eine Teilnahme der Eltern an den Therapiestunden von Zeit zu Zeit erforderlich. Gemeinsam mit den Eltern wird besprochen, welche Therapieinhalte auf die Haussituation übertragen werden sollen. Einmal im Jahr findet eine Lernzielbesprechung gemeinsam mit den Eltern statt. Hier wird besprochen, welche Ziele bisher erreicht wurden und welche Schwierigkeiten weiter bestehen. Gemeinsam werden dann die Ziele der Therapie für das nächste Jahr festgelegt. |  |  |  |
 Therapieziele Autistische Kinder haben Schwierigkeiten, die Informationen aus ihrer Umwelt zu verarbeiten und das Sozialverhalten, die Kommunikation von Menschen zu verstehen. Sie reagieren daher oft hilflos, unsicher, desorientiert, aggressiv oder ziehen sich zurück. Die im Autismus-Therapiezentrum geförderten autistischen Kinder sollen durch die Therapie allmählich lernen, die Gesetzmäßigkeiten in der Umwelt und im sozialen Leben zu erkennen und nach ihnen zu handeln. Auch der Umgang mit den eigenen Gefühlen muss von den autistischen Menschen erst gelernt werden. Jede Therapie muss sich also daran messen lassen, inwieweit sie dem autistischen Menschen hilft, diese Fähigkeiten zu entwickeln und trotz seiner Störungen Sozial- und Handlungskompetenz zu erwerben. Es gibt kein Curriculum oder Programm für alle autistischen Menschen, die im Therapiezentrum gefördert werden. Vielmehr werden die therapeutischen Strategien, Inhalte und Materialien auf das spezifische Verhaltensprofil, den Lernstil jedes einzelnen abgestimmt. Seine speziellen Fähigkeiten, seine Störungen und sein Entwicklungsstand entscheiden über das Therapieangebot.
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 Therapiekonzepte Therapiekonzepte, die auf eine Erweiterung der Handlungskompetenz zielen, erfordern Struktur, Systematik und Konsequenz. Ebenso Therapieansätze, mit denen stereotypes, ritualistisches, destruktives Verhalten reduziert werden soll. Die Methode der Verhaltensmodifikation ist hier besonders wirksam. Mit der im Therapiezentrum entwickelten kommunikativen Sprachtherapie wird die Spontansprache gefördert. Handzeichen-, Gebärdensprache, Bildkarten-Kommunikation, Makaton-Therapie oder elektronische Hilfsmittel werden verwendet, wo gesprochene Sprache (noch) nicht möglich ist. Wahrnehmungsdifferenzierung und Sensorische Integrationsbehandlung werden eingesetzt, um die Voraussetzungen für Lernen zu verbessern. Um die Kinder zu befähigen, die Umwelt besser zu verstehen, alltägliche Probleme zu erkennen, unterschiedliche Lösungsstrategien zu entwickeln, wird das Therapiekonzept von Affolter eingesetzt. Für autistische Menschen mit höherem Funktionsniveau oder Asperger-Syndrom werden auch gesprächstherapeutische Verfahren angeboten. Außerdem werden Verfahren aus Sozialtrainingsprogrammen eingesetzt. Zur Förderung der sozialen Interaktion wird zusätzlich auch Gruppentherapie angeboten. |  |  |  |

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