 | Autismus-Therapiezentrum |
|---|
 | Psychomotorische Therapie Bei der Psychomotorischen Therapie wird - im Gegensatz zur Sensorischen Integrationstherapie - überwiegend in Gruppen gearbeitet. Als wesentliche Medien zur Unterstützung und Anbahnung von Entwicklungsprozessen werden Bewegung und Wahrnehmung betrachtet. Dabei wird eine enge Verknüpfung des Körperlich-Motorischen mit dem Geistig-Seelischen gesehen. Durch ein entsprechendes Material- und Spielangebot werden dem Kind sinnliche und materielle und körperliche Erfahrungen ermöglicht, die seine Wahrnehmungsintegration, sein Körperbild und sein Selbstwertgefühl verbessern sollen. Dadurch soll die Entwicklung der sozialen und kommunikativen Fähigkeiten gefördert werden. Dies geschieht durch Spiele und Übungen, in denen Anspannung und Entspannung abwechseln, bei denen bestimmte Handlungsabläufe nur funktionieren, wenn mehrere Kinder gleichzeitig daran „arbeiten“. Es ist sehr wichtig, dass Eigenaktivität und selbständiges Handeln angeregt werden. Meist wird vom Therapeuten ein bestimmtes Thema vorgegeben, das sich an den Interessen und dem Verständnis der Kinder orientiert. Wenn ein entsprechendes Materialangebot vom Therapeuten gemacht, also eine gewisse Vorauswahl getroffen wird, kann es zu einem Gruppenaustausch, gegenseitiger Rücksichtnahme und Hilfestellung kommen, also einem gruppendynamischen Prozess. Es ist dabei sehr wichtig, dass die Auswahl des Materials und der Spielhandlungen auf die individuellen Interessen und Möglichkeiten der beteiligten Kinder zugeschnitten wird. Für die autistischen Menschen kann die Aktivierung sozialer und emotionaler Prozesse auf eher spielerische Art in einer kleinen, homogenen Gruppe eine große Bedeutung haben. Fähigkeiten, die in der Schule oder anderen sozialen Gruppen benötigt werden, können in der überschaubaren Gruppe aufgebaut oder vertieft werden. Berührungsängste werden abgebaut, die Kinder und Jugendlichen lernen ihre eigenen Interessen und Fähigkeiten, aber auch Probleme, besser einzuschätzen. Sie lassen sich helfen oder stehen anderen Gruppenmitgliedern bei, haben gemeinsame Erfolge, erleben Angst und Fehlschläge nicht mehr allein, sondern in der Gruppe.
|  |  |  |

| |