 | Autismus-Therapiezentrum |
|---|
 | Familienberatung - Familientherapie Die Geburt eines autistischen Kindes stellt eine schwere Belastung für die Familie dar. Sie hat Probleme, ihren Alltag zu bewältigen. Wenn es nicht gelingt, neue Regeln und Umgangsformen des Miteinander zu finden, führen die häufig massiven Verhaltensauffälligkeiten des autistischen Kindes dazu, dass die Aufmerksamkeit der gesamten Familie auf das behinderte Kind gerichtet ist. Dies hat häufig die Vernachlässigung der Bedürfnisse und Interessen anderer Familienmitglieder zur Folge. Die notwendige Klärung problematischer Entwicklungen oder Situationen tritt in den Hintergrund. Vielen Familien fällt es schwer, einen der neuen Realität angemessenen und für alle Familienmitglieder zufrieden stellenden Weg zu finden. Oft organisiert sich die Familie „um das autistische Kind herum“. Rollen werden neu und anders definiert und die Behinderung bekommt eine wichtige Funktion im Erhalt des familiären Gleichgewichts. Diese selbstregulierenden Prozesse der Familie sind Ergebnis einer Kommunikation und Interaktion, in der sich alle Familienmitglieder aufeinander beziehen und sich wechselseitig beeinflussen. Da aber autistische Menschen Probleme haben, in einer angemessenen und für Eltern und Geschwister verständlichen Art und Weise zu kommunizieren, wird der Aufbau einer intakten familiären Kommunikation erheblich erschwert. Dies kann zu problematischen Strukturen und Interaktionsmustern führen. Da das familiäre System eine sehr wichtige Lebensbedingung für das Kind darstellt, kann sich eine therapeutische Veränderung problematischer familiärer Strukturen auch positiv auf die Entwicklung des Kindes auswirken und die einzeltherapeutische Arbeit ergänzen und unterstützen. Alle Eltern, deren Kinder im Autismus-Therapiezentrum gefördert werden, können eine familientherapeutische Beratung erhalten. Eltern, die dieses Angebot annehmen wollen, werden zu einem Erstgespräch eingeladen, in dem das organisatorische Vorgehen und die inhaltlichen Ziele abgeklärt werden.
|  |  |  |
 Themen sind beispielsweise:
- Familienplanung, Zukunftsängste, Ablösungsprobleme
- Ehe- und Paarprobleme
- Überlastung der Eltern, insbesondere Mütter (Schuldgefühle, Depressionen)
- Erziehungsprobleme / Verhaltensauffälligkeiten von Geschwistern
- Grenzverletzungen zwischen Familienmitgliedern (Gewalt, Sexualität)
- Probleme, die sich aus dem Zusammenleben mit den Großeltern ergeben.
Welche Themen behandelt werden sollen, entscheidet die Familie selbst. Es ist nicht nötig, dass ein direkter Zusammenhang zu dem autistischen Familienmitglied erkennbar ist. An den Gesprächen sollen alle Familienmitglieder teilnehmen. Probleme betreffen nämlich selten nur einen Teil der Familie, sondern müssen im Kontext des Verhaltens aller Familienmitglieder zueinander gesehen werden. In den Fällen, wo es in erster Linie um Ehe- oder Paarprobleme geht, finden die Beratungen nur mit den Eltern oder Lebenspartnern statt. Im Laufe der Gespräche erfährt jedes Familienmitglied mehr über sich selbst und die besondere Art des Miteinanders in der eigenen Familie und lernt, das Verhalten, das zur Aufrechterhaltung eines bestimmten Problems führt, zu erkennen und zu verändern. Die Beratungsgespräche der Familientherapie finden in etwa 4-wöchigem Rhythmus in den Räumen des Therapiezentrums statt. Dieser Abstand ist sinnvoll, weil eine Familie genügend Zeit haben muss, die in den Gesprächen erarbeiteten Ansätze zu erproben. Wie viele Beratungsgespräche stattfinden sollen, wird gemeinsam vereinbart. Grundsätzlich hat die Familie das Recht, die Beratung jederzeit zu beenden. Der Inhalt der Gespräche ist vertraulich.
|  |  |  |

| |